Berichterstattung die keine ist. Wieso gekaufte Presseartikel schlecht sind.

Diese Woche trudelte mal wieder ein „unwiderstehliches“ Angebot bei uns ein. In der Zeitung „Welt“ soll ein Beileger zum Weltwassertag erscheinen. Freudig lasen wir:„Ich würde mich sehr freuen, in diesem Zusammenhang mit 3FREUNDE als Anbieter Fair Trade-zertifizierter Produkte zusammenzuarbeiten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, Sie über einen redaktionell neutralen Gastbeitrag oder eine Produktplatzierung in die Kampagne aufzunehmen und das Thema ‚Fair Trade‘ mit Ihnen zu gestalten.“
Das können wir uns natürlich auch gut vorstellen, schliesslich tauchen wir immer wieder in Zeitschriften auf und neben dem Verkaufen von Fairtrade-zertifizierten Biobasics haben wir ja auch einen missionarischen Auftrag Menschen aufzuklären.
Nicht so gut fanden wir aber, dass wir für diesen „neutralen Gastbeitrag“ regulär fast 4400€, nach Abzug von Rabatten immer noch 2700€ (plus MwSt!) bezahlen sollten.

Was soll das? Das Anschreiben suggeriert, dass der Beileger Teil der „Welt“ ist- und von der „Welt“ würden wir etwas anderes erwarten, zumal „bundesweit die Crossmedia-Veröffentlichung „Wie wollen wir leben“ innerhalb der Tageszeitung DIE WELT inkl. Kompakt, sowie auf den Webseiten www.sozialeverantwortung.info & www.welt.de [als redaktionelle Empfehlung am Erscheinungstag] sowie dem WELT-Newsletter.“ kommuniziert wird.
Also ganz ehrlich: das geht gar nicht.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Holger Badstuber nicht wie angekündigt als Gesicht dient.
Hier bekommen nicht die besten Ansätze eine Plattform, sondern die, die bereit sind dafür zu bezahlen.
Das ist bitter.
„Bitterer“ ist nur noch, dass der Leser das gar nicht weiss und sich höchstens wundert, wieso die großen Firmen so überraschend nachhaltig und fair sind.

Ein Drama.

[Und ja, dieser Beitrag hat eindeutig zu viele Anführungszeichen.]

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