Archiv des Autors: RaphaBreyer

Karma strikes back!

Der Müll im Wasser, die Gifte in der Luft. Saurer Regen und zu viel CO2 in der Atmosphäre. Das alles ist von Menschen gemacht. All das kann folgen haben. Was passiert, wenn sich unser schlechter Lebensstil gegen uns wendet? Wenn das Karma zurück schlägt?

Wir wollen eure graphischen Ideen für diesen Fall und rufen zum Shirtdesign -Wettbewerb zur FA!R 2013 in Dortmund auf. Unter dem Motto „Karma strikes back!“ suchen wir einfarbige Entwürfe die als offizielles Messeshirt per Siebdruck während der FA!R 2013 von 06.-08.  September 2013 auf Shirts aus zertifizierter FAIRTRADE Biobaumwolle von 3FREUNDE zu drucken.

Der beste Entwurf wird von einer Jury und per Abstimmung im August gewählt. Der Urheberin oder dem Urheber winkt ein Preisgeld von 200 € und ein Einkaufsgutschein über 50 €, einzulösen im 3FREUNDE Onlineshop unter www.3freunde.com.

Die Siebdruckmaschine wird auf der FA!R in der Young Fashion Area zu finden sein. Hier steht die nachhaltige Bekleidung und Mode im Mittelpunkt. Betreut wird die Young Fashion Area von Open Globe, dem jungen Netzwerk des Eine Welt Netz NRW, dem ideellen Träger der FA!R. 2013 in Dortmund.

Der Designwettbewerb wird unterstützt von der Stadt Dortmund und FAIRTRADE Deutschland, denen wir beiden danken.

Jetzt aber keine Zeit verloren und Ideen gesponnen, am 01.08.2013 ist Einsendeschluss und die ersten 10 Einsendungen bekommen auf jeden Fall zwei Eintrittskarten zur FA!R in Dortmund. Wir sehen uns dann dort.

Die Messe fürs gute Gefühl

Die „Fair handeln“ in Stuttgart ist für uns neben der FA!R in Dortmund die wichtigste Messe für fairen Handel und nachhaltigen Konsum in Deutschland.  Während in Dortmund hauptsächlich Fachbesucher durch die Messehalle schlendern, erreicht die „Fair handeln“ durch die terminliche Zusammenfassung mit anderen Frühjahrsmessen auch weitere Zielgruppen. Meiner Ansicht nach ist die „Fair handeln“ damit der einzige Punkt in Deutschland an dem der faire Handel ein Massenpublikum erreicht. Allein am Freitag gab es 25.000 Besucher auf dem Messegelände, insgesamt waren es fast 80.000.

Diese Reichweite ist Fluch uns Segen zugleich. Zum Einen ist es manchmal schwierig sich auf ein langes Gespräch einzulassen um grundlegende Dinge, wie den Vorteil von Biobaumwolle zu erklären, zum Anderen kommen Menschen so vielleicht zum ersten Mal mit fairem Handel in Berührung, obwohl sie nur auf der Suche nach einem guten Wein beim „Markt des guten Geschmacks“ nebenan waren.

Trotz der Größe war die Stimmung das ganze Wochenende positiv und bereichernd. Fast nie hektisch und immer freundlich waren sowohl die Mitarbeitenden der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), als ideeller Träger zuständig für einige Programmpunkte, als auch die Zuständigen der Messe Stuttgart, welche die Veranstaltung professionell und souverän durchführten.

Schön zu sehen war, dass sich unser Konzept herumgesprochen hatte und wir dazu viele positive Rückmeldungen erhielten. Manch einer trug schon zu Beginn des Messebesuchs ein 3FREUNDE Shirt. Zudem kamen die vielen Unternehmen und Vereine die im Vorfeld Shirts von uns für die Messe bezogen. So kam es während der Messe zur witzigen Begebenheit, dass eine junge Frau der Zugvögel, zwei Mitarbeitende von Fairnopoly und eine Helferin der SEZ zeitgleich mit ihren 3FREUNDE Shirts an unserem Stand waren.

Auch unsere T-Shirt-selber-bedrucken-Aktion wurde gut angenommen. Selber machen, do-it-yourself, ist voll im Trend und brachte Spaß für jung und alt.

Im Vergleich zum letzten Jahr gab es aber auch einen Trend zu beobachten: Auf der Messe bewegt sich der faire Handel zumindest von Ausstellerseite zum einen in Richtung Kunsthandwerk und zum anderen in Richtung öffentliche und semi-öffentliche Organisationen. Unternehmen, wie wir eines sind, welche die Fähigkeiten haben einen Massenmarkt jenseits von Nischenprodukten zu bedienen fanden sich auf der Messe wenige. Extrem zu beobachten war dies im Textilbereich.

Zusammenfassend bleibt bei uns das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und darauf schon ein gutes Stück gegangen sind. Wir nehmen viel Motivation aus der Messe und vor allem aus den Begegnungen mit in unsere Arbeit und den aufkommenden Frühling.

natur+kultur – Die Zukunft die wir wollen

Ökologie und Ökonomie scheinen oft wie Gegensätze, große Teile unseres Systems basieren darauf zumindest langfristig unseren Planeten auszubeuten. Geht es auch anders? Wie bekommen wir das zusammen?

Geht Natur und Kultur? Und wie sieht das dann aus?

Zur natur Messe Basel suchen 3FREUNDE und der Verein FAIR. ein Design zum Thema „natur+kultur – Die Zukunft die wir wollen“.

Das Gewinnermotiv wird dann während der Messe „Natur“ an der Messe Basel von den Besuchern auf Shirts aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle gedruckt.

Kriterien für die Motive:
Sie müssen einfarbig umsetzbar sein und das Thema kreativ aufgreifen.
Alle Vorschläge müssen bis zum 15. Februar unter duundwir@3freunde.com eingereicht werden.

Der Gewinner oder die Gewinnerin bekommt natürlich sein oder ihr Motiv auf einem Shirt und einen Einkaufsgutschein von 100 CHF (auf Wunsch auch als Euroäquivalent).

Wir freuen uns auf eure Einsendungen.

Ausschreibung zum Download: NaturWettbew_A5

Verführung Freiheit: Fairer Handel trifft Kultur

Derzeit läuft im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung „Verführung Freiheit – Kunst in Europa seit 1945“ mit Werken zum Thema von 113 Künstlern aus 28 Ländern.

Zusammen mit dem Deutschen Historischen Museum werden wir von 3FREUNDE zur Finissage am Sonntag den 10.Februar eine Siebdruck Aktion mit einem Motiv des Rumänischen Künstlers Dan Perjovschi, welches auch in der Ausstellung zu sehen ist, durchführen. Der Erlös der Aktion kommt Amnesty International zu gute.

Das Motiv „CAPiTAL – iSM“ als Kritik an der zügellosen Macht des Kapitals und der Preisdiktatur passt dabei natürlich sehr gut zu unserem Konzept des Fairen Handels mit einem Gewinn für alle Menschen.

Wir freuen uns für eine solche Aktion Shirts zur Verfügung zu stellen und Fairtrade zertifizierte Produkte zum Teil eines kulturellen Happenings zu machen.

Hier mehr Infos zur Ausstellung und zur Finissage auf der Facebookseite des DHM.

Wer aktuelle zur Aktion auf dem Laufenden gehalten werden will folgt @3freunde oder @DHMFreiheit bei Twitter.

Für unsere kleinen Freunde

Seit längerem denken wir darüber nach Kindershirts aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle herzustellen und sowohl für größere Aufträge, als auch für Einzelstücke auf Lager zu legen. Wir haben uns entschieden fünf Doppelgrößen zwischen 98/104 und 146/152 anzubieten. Wo wir aber gerne euch als potenzielle Kunden einbinden wollen ist die Auswahl der Farben. Wir haben die neutralen Farben weiß und asphaltgrau ausgewählt und wollen euch in einer Online-Umfrage mitbestimmen lassen, welches die anderen Farben sein sollen.

Zur Umfrage geht es hier.

Also bitte recht zahlreich mitmachen, denn je mehr Feedback wir bekommen, desto genauer wissen wir, was wir produzieren sollen.

 

 

 

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3FREUNDE Fairtrade Code

In einer globalisierten Welt ist es schwer den Weg der eigenen Waren nachzuvollziehen. Einige Produkte sind besser regionalisierbar als andere. Bestimmtes Gemüse zum Beispiel wächst hier auf Feldern und ich kann beim Bauer meines Vertrauens mit gutem Gewissen lokale Produkte kaufen. Schwieriger wird dies bei Produkten die als Rohstoffe oder fertig importiert werden. Wer kann nachvollziehen woher die Einzelteile seines Handys stammen?

Baumwollprodukte sind da irgendwo in der Mitte. Die Zahl der Zutaten ist übersichtlich, die Menge an Produktionsstätten ebenfalls. Jedoch findet zumindest der Baumwollanbau, meist auch die Fertigung nicht in Sichtweite statt.

Wir wollen unser Wissen über die Produktionskette öffentlich zugänglich machen und haben sie deshalb zusammen mit Fairtrade Deutschland aufbereitet. Den Fairtrade Code gibt es als Projekt schon länger, neu ist aber in unserem Fall der Tiefgang. Bei Rosen reicht es aus zu wissen wo sie angebaut worden sind. Bei Kaffee kommt man recht weit, wenn man die Anbaukooperative und den Handelspartner in Deutschland kennt. Bis Rohbaumwolle zu einem T-Shirt wird sind aber mehrere Zwischenschritte notwendig: spinnen, stricken, färben, nähen und drucken.

Wir haben eine lückenlose Dokumentation unserer Produktionskette im Weg unserer Shirts aufgezeigt. Wichtig war uns aber auch nicht mehr zu versprechen als wir halten können: Unsere Shirts bestehen aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle. Das bedeutet, dass für die Rohbaumwolle ein Mindestpreis und eine Fairtrade Prämie bezahlt wird. Für alles was danach passiert gibt es keine Fairtradezulagen, es gelten lediglich grundlegende Sozialkriterien welche durch andere Zertifikate nachgewiesen werden müssen. Deshalb sind diese Produktionsschritte im Fairtrade Code mit einem anderen Symbol gekennzeichnet.

Der Fairtradecode ist auf der Seite www.fairtrade-code.de erreichbar. Die Shirts tragen die Nummer 24309001, die Hoodies haben den Code mit der Nummer 24309002. Ab der nächsten Produktion wird der Fairtrade Code als QR Tag direkt von jedem Shirt aus erreichbar sein.

Die Produktseiten gibt es für die Shirts und für die Hoodies.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen zum Fairtrade Code, den einzelnen Informationen oder der Produktionskette habt, schreibt gerne eine Mail an info@3freunde.com oder fragt über unsere Facebookseite www.facebook.com/3freunde

3FREUNDE macht Korrekte Klamotten

Die Welt zu verändern ist eine Aufgabe die einige Zeit dauern kann. Vor allem geht das aber nicht alleine. Deshalb haben wir uns entschlossen dem Label- und Händlernetzwerk Korrekte Klamotten beizutreten.

Wir glauben, dass die öko-faire Modeszene genau dann eine Zukunft hat, wenn es nicht in erster Linie um Siegelkriterien und Kleintümmelei am Rande des Greenwashing geht, sondern wenn das Wesen des Handels und des Handelns verändert wird. Grüne Mode ist für uns eine Einstellung, ein ganzheitlicher Ansatz und eine moralische Verpflichtung. Dazu gehört ein ehrlicher und aufrechter Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Um darauf auch außerhalb unseres eigenen Wirkungskreises hinzuarbeiten und hinzuwirken wollen wir mit den anderen Mitgliedern bei Korrekte Klamotten zeigen, dass dies auch anders geht.

Hier unser Profil bei Korrekte Klamotten: 3FREUNDE

Wir freuen uns auf schöne Begegnungen und Erfahrungen.

Projekt Gisele

Hoodie vor dem Konstanzer MünsterSeit einem guten halben Jahr läuft unsere eigene Produktion in Tirupur. Wir sind nun in der Lage kleine Stückzahlen als Auftragsproduktionen abzuwickeln. Für Kunden beginnt das bei einer Produktionsmenge von 50 Stück. Nun ist es ein bisschen mühsam immer wieder zu erzählen, was alles möglich ist um möglichen Kunden zu überzeugen ihre Produktion bei uns in Auftrag zu geben. Zusammenfassen kann man sagen, dass generell alle Arten von Kleidungsstücken produziert werden können solange diese aus fair gehandelter Biobaumwolle hergestellt sind. Da gehen wir keine Kompromisse ein.  Eigene Schnitte, eigene Farben, unzählige Features wie zusätzliche Labels, andere Kragen, andere Farbkombinationen und das alles auch kombiniert mit Drucken oder Stickverzierungen sind möglich.

Näher in Tirupur

Projekt Gisele zeigt das nicht nur theoretisch, sondern zum Anfassen und Anziehen. Das Produkt unsere Wahl sind Hoodies mit Reißverschlüssen und einigen kleinen farbigen Features. So ist jeweils die Innenseite und die Umrandung der Kaputze und der Taschen in anderen Farben verziert. Für den Anfang haben wir uns für sechs verschiedene Modelle entschieden: schwarz, gelb, hellblau, dunkelgrün, lila und orange machen den grauen Basishoodie modisch und sorgen für teilweise recht auffällige Farbspiele. Für dieses Projekt gibt es eine überschaubare Stückzahl an Hoodies. Für manche Farb-Größen-Kombinationen sind die Hoodies tatsächlich Einzelstücke.

Wir wollen damit Erfahrung sammeln was ihr als unsere Kunden mögt und Labeln zeigen, dass es einfach ist sich auf das scheinbare Wagnis ethisch korrekter Textilien einzulassen. Die Ausrede „das gibt es aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle nicht“ zählt nicht mehr. Es ist viel mehr eine Frage des wollens und natürlich des Preises. Mit einem Endkunden-Verkaufspreis von 60 Euro sind die Kontrasthoodies jedoch in einem bezahlbaren Rahmen, wie wir finden, und mit Hoodies in diesem Qualitätssegment durchaus vergleichbar.

Hoodie GroßaufnahmeWir freuen uns, dass dieses Projekt so gut geklappt hat und sind gespannt auf eure Rückmeldungen. Achso, der Name Projekt Gisele, kommt übrigens von dem gestickten 3FREUNDE Logo auf dem Bündchen.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2013.

Eine Frage der Größe

Größentabelle Damen

"Wie groß ist groß und wie klein ist klein? Wie klein darf er sein, um gerade noch groß zu sein? Wie groß muß er sein, um gerade nicht mehr klein zu sein?" (Till Schweiger, Der Eisbär)

In vielen Bereichen scheint die Größe ein wichtiger Faktor zu sein. Im Bereich der Kleidung ist sie es sogar. Jeder will in dem was er oder sie trägt gut aussehen und dafür muss es passen. Um sicher zu gehen, dass jede unserer Kundinnen und jeder unserer Kunden auch nur das Produkt kauft was dann auch passt, haben wir unsere Größentabellen frisch und verständlich aufgearbeitet. Außerdem werden diese jetzt bei jedem Produkt direkt angezeigt.

Ohne Elastan muss es besser passen
Wir verzichten aus Recyclinggründen größtenteils auf Mischgewebe und benutzen nur Baumwolle. Das Problem dabei ist allerdings, dass sich ein reines Baumwollshirt, anders als eines mit ein paar Prozent Elastan, nicht so sehr strechen lässt. Gerade bei anliegenden Girlieshirts muss das Shirt also besser passen als wenn es durch das Elastan in die richtige Form gezogen wird.

Um die richtige Größe des Shirts zu finden schnappt man sich am besten sein Lieblingsshirt, misst die relevanten Stellen aus und vergleicht das dann mit unserer Größentabelle. Bei Rückfragen helfen wir immer gerne weiter.

Zu finden sind die Größentabellen an den jeweiligen Produkten auf unser Internetseite und als Facebookalbum.

 

Immer schön bei den Fakten bleiben! – Wie die Christliche Initiative Romero falsche Fakten zur Fair Wear Foundation verteilt.

Auf Grund einer Nachfrage zur Aussagekraft einer Mitgliedschaft eines Unternehmens in der Fair Wear Foundation (FWF) habe ich diese Woche dazu recherchiert. Eigentlich ist diese Geschichte zusammengefasst schnell erzählt: Die Mitglieder der Fair Wear Foundation lassen Kontrolleure in ihre Fabriken, diese sagen was schief läuft und die Produzenten legen einen Plan vor, wie in den folgenden Jahre die Bedingungen verbessert werden sollen. Eine Absichtserklärung besser zu werden also. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Auffallend ist aber, wie die FWF zum nonplusultra im Bereich der Fairen Mode hochgejubelt wird. So zum Beispiel von der Christlichen Initiative Romero (CIR). Diese ist keineswegs unabhängig, sondern als deutscher Träger der Kampagne für Saubere Kleidung über die internationale Clean Clothes Campaign sogar im governing body der Fair Wear Foundation, dem Aufsichtsrat sozusagen. Die Christliche Initiative Romero macht die Anprangerarbeit und verkauft die Fair Wear Foundation als Ausweg aus dem PR Desaster für die Hersteller. Das kann man so machen, dann aber mit richtigen Fakten. Leider stimmen diese nicht, wie ein kleiner Blick auf die Website der CI Romero zeigt.

Dazu habe ich nun der CI Romero eine Mail geschrieben und um die Berichtigung der Falschinfomationen gebeten.

Sehr geehrte Frau XXX,
[…] Es geht um nicht korrekte Informationen und vor allem die Klärung der Kommentare der CIR zur FWF und zum Fairtrade certified Cotton Siegel auf Ihrer Website www.ci-romero.de.
Zitat: Siegel und Standards: Fair Wear Foundation (http://www.ci-romero.de/gruenemode-guetesiegel-fwf/) [Gütesiegel und FWF in einem Link ist nach wie vor Verbrauchertäuschung]

„Kommentar CIR
Die FWF berücksichtigt die gesamte Produktionskette inkl. Auftragnehmer, Subunternehmner, Lieferanten und Lizenznehmer der Konfektionierung. Die FWF arbeitet bei der Verifizierung eng mit lokalen Organisationen zusammen und schließt die Einkaufspraktiken der Unternehmen mit ein. Durch die Veröffentlichung umfangreicher Daten (s.o.) wird Transparenz angestrebt. Die FWF weist damit die höchsten sozialen Standards auf und gilt hier als Best Practice Beispiel Nummer 1 im Bereich Soziales.“

Es ist unwahr, dass die FWF die gesamte Produktionskette berücksichtigt. Lediglich die Verarbeitung wird berücksichtigt, also vom Stricken bis zur CMT. Unter Lieferanten fällt auch der Textillieferant und dieser wird bei der FWF nicht berücksichtigt. Dies wird hier jedoch suggeriert.

Besonders der letzte Satz ist schlichtweg falsch. So gilt zum Beispiel eine Mitgliedschaft eines Unternehmens bei der FWF als ein möglicher Nachweis der ILO Kernarbeitsnormen in der Produktion bei der Zertifizierung der Fairtrade certified Cotton. Siehe Baumwollbroschüre von Fairtrade Deutschland, Seite 13. Bei Fairtrade certified Cotton kommen zusätzlich noch die Faire Entlohnung der Arbeitskräfte im Baumwollanbau plus die Fairtrade Prämie für Lieferanten hinzu. (ebenda Seite 12.)

Zitat: Siegel und Standards: Fairtrade Certified Cotton http://www.ci-romero.de/gruenemode-guetesiegel-fairtrade/

„Kommentar CIR
Fairtrade Certified Cotton garantiert faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion und fördert den Umstieg auf biologischen Anbau. Die Einbindung lokaler Akteure in den Zertifizierungsprozess ist zu begrüßen. Das Siegel deckt jedoch nur die Überprüfung fairer Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion ab, nicht aber die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung der Baumwolle. Das kann bei KonsumentInnen zu Verwirrung führen, da häufig angenommen wird, dass alle Produktionsschritte überprüft wurden.“

Die beiden letzten Sätze sind falsch. Die Zertifizierung für Fairtrade Certified Cotton schließt eine (wenn auch nur sehr grundlegende) Überprüfung der Einhaltung der Kernarbeitsnormen aller Arbeitsschritte mit ein. (Siehe Baumwollbroschüre von Fairtrade Deutschland), Seite 12.

Zitat daraus:

„In den Fairtrade-Standards für Baumwolle wird ein Nachweis über die Einhaltung der IL O-Kernarbeitsnormen verlangt. Das gilt für alle Schritte der Weiterverarbeitung wie Entkernung der Baumwolle, Spinnen, Färben, Stricken, Weben, Konfektionieren.“

Damit geht das Fairtrade certified Cotton Siegel bei den Sozialstandards im Baumwollbereich über eine Mitgliedschaft eines Unternehmens bei der Fair Wear Foundation hinaus.

Meine Bitte hieraus folgend ist, dass Sie die von Ihnen bereitgestellten Informationen berichtigen und bei der Fair Wear Foundation die zusätzliche Information einfügen, dass eine Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation nur die Überprüfung fairer Arbeitsbedingungen in der Konfektionierung abdeckt, nicht aber die Bedingungen bei Herstellung der Baumwolle, in welcher der Großteil der ArbeiterInnen beschäftigt ist. Das kann bei KonsumentInnen zu Verwirrung führen, da häufig angenommen wird, dass alle Produktionsschritte überprüft wurden.

Darüber hinaus würde ein Disclaimer mit der Information, dass die CIR über die Kampagne für Saubere Kleidung und damit die Clean Clothes Campaign im governing body der Fair Wear Foundation sitzt ihren eigenen Transparenzansprüchen gut tun. Info auf der FairWear Seite.

Diese Mail wird gleichlautend als Blogpost auf blog.3freunde.com veröffentlicht.

Vielen Dank für Ihre Mühen.

Raphael Breyer

 

Edit (29.10. 11:50 Uhr): Immerhin bekam ich gleich eine Antwort, es werde gerade alles überarbeitet. Die neuen Infos werden gerade gedruckt und im November auch auf der Seite veröffentlicht. Ich hoffe es stimmt dann alles.