Archiv der Kategorie: Medien

Berichterstattung die keine ist. Wieso gekaufte Presseartikel schlecht sind.

Diese Woche trudelte mal wieder ein „unwiderstehliches“ Angebot bei uns ein. In der Zeitung „Welt“ soll ein Beileger zum Weltwassertag erscheinen. Freudig lasen wir:„Ich würde mich sehr freuen, in diesem Zusammenhang mit 3FREUNDE als Anbieter Fair Trade-zertifizierter Produkte zusammenzuarbeiten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, Sie über einen redaktionell neutralen Gastbeitrag oder eine Produktplatzierung in die Kampagne aufzunehmen und das Thema ‚Fair Trade‘ mit Ihnen zu gestalten.“
Das können wir uns natürlich auch gut vorstellen, schliesslich tauchen wir immer wieder in Zeitschriften auf und neben dem Verkaufen von Fairtrade-zertifizierten Biobasics haben wir ja auch einen missionarischen Auftrag Menschen aufzuklären.
Nicht so gut fanden wir aber, dass wir für diesen „neutralen Gastbeitrag“ regulär fast 4400€, nach Abzug von Rabatten immer noch 2700€ (plus MwSt!) bezahlen sollten. Weiterlesen

Fairtrade Conference und Fairtrade Award 2014 – groß und klein bewegen sich

FT Award 1

Berlin. Ellington Hotel. Es ist 19.00 und die Awards werden verliehen. Als der Bundesentwicklungsminister die Laudatio für die Zweitplatzierten hält, stelle ich irgendwann fest, dass er uns mit seinen Ausführungen nicht meinen kann. Der dritte Platz ist schon verkündet, also können wir nur gewonnen haben. Mein Puls rast trotzdem, als der Minister zum ersten Preis übergeht. Kurz darauf stehen wir auf der Bühne. Anke Engelke lädt Stefan quasi auf ihr Zimmer ein. Blumen. Photos. Später Tanzen.

Den ganzen Tag standen andere im Mittelpunkt. Große Handelskonzerne und Hersteller – wir sind ein sehr kleines Licht im Feuerwerk der Großen bei der International Fairtrade Conference. Es ist aber schön zu sehen, dass inzwischen auch große Marken wie Rewe und Ferrero wirkliche Veränderung betreiben und mehr zum Thema „Faire Arbeitsbedingungen“ in der Kakaoindustrie beitragen wollen.

Das ist auch dringend notwendig meint Dr. Auma Obama, die mit ihrer Stiftung „Sauti Kuu“ dazu beiträgt, dass junge Menschen in Kenia selbstbewusst in eine eigenständige Zukunft gehen können. „Aus Fairtrade muss Realtrade werden“, appelliert sie immer wieder. Es geht nicht um Almosen, sondern eine echte Änderung der Geschäftspraktiken.

Fairtrade Award Berlin 2014Fairtrade kann nur der Anfang sein, meint auch Harry Brouwer (CEO Unilever Deutschland): „It´s not about CSR, it´s about including this in your real business model.“ Gerade im Agrarbereich hätte die Bezahlung fairer Löhne und fairer Preise für die Erzeugnisse einen großen Einfluss. Dort erzielen sie eine gute Multiplikatorwirkung. „The power of agriculture is to fuel the local developement“, beschreibt Peter d’Angremond, der Geschäftsführer von Max Havelaar Niederlande.

Ein großer Starterfolg gab es für das Fairtrade Sourcing Partnership (FSP) beim Kakao. So wird Ferrero Deutschland in den kommenden drei Jahren 20.000 Tonnen Kakao aus dem Fairtrade System kaufen. Zur Einordnung: Das sind pro Jahr 10 % der bisher abgesetzten Fairtrade Kakao Menge.

Mein Eindruck von der gesamten Konferenz war, dass sich alle bewegen wollen, dies aber mit unterschiedlicher Intention und Geschwindigkeit.

Abends dann die Award-Verleihung im festlichen Rahmen. Etwa 300 geladene Gäste und auch einige Prominenz sind zugegen. Mit Musik des Hope Theater Nairobi ging es in den Saal und umgehend begrüßte uns Anke Engelke.

Gleich zu Beginn wurde die Kategorie, in der wir nominiert waren aufgerufen: Hersteller. Die Konkurrenz war stark: Bei allen Kennziffern sind Chocolat Halba, wie auch die Wertform AG sicher 100-mal so groß wie wir. Wir sind aber die einzigen die 100 % Produkte aus Fairtrade-Rohstoffen herstellen. Wie Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller in seiner Laudatio betonte war es gerade die erfolgreiche Umsetzung der Vision, welche die Jury beeindruckte. Damit belohnte die Jury unseren Willen, die Dinge grundsätzlich anzugehen und es dann auch umzusetzen. Das ist zumindest das, was ich, außer eines Schlafdefizits, von diesem Abend mitgenommen habe.

FT Award 2Mein Aufmerksamkeit für die anderen Kategorien war verständlicherweise ein wenig geringer, aber auch hier fanden sich tolle Preisträger: Herausgestochen hat für mich dabei das Engagement der Schokofair AG der Montessori Schule Düsseldorf. Der erste Preis in der Kategorie „Zivilgesellschaft“ lobt die Hartnäckigkeit, mit der die Schülerinnen und Schüler Missstände in der Kakao-Industrie anprangern und faire Alternativen hervorheben.

Es war schön in Berlin dabei gewesen zu sein. Dass wir dieses Erster-Platz-Frühstücksbrett dann auch noch mit nach Hause nehmen durften, setzt dem Allen natürlich die Krone auf.

Rapha

European Conference on Living Wages in Berlin

podium

3FREUNDE als kleinste Brand unter den Großen. Action Plan finalisiert. Hoffen auf Action.

Vom 25. bis 25. November 2013 fand in Berlin die European Conference on Living Wages statt. Mit dabei: Stefan in einem gemeinsamen Workshop mit Clare vom Ethical Fashion Forum. Wer fehlte? Alle anderen Innovatoren, nachhaltigen Labels und vor allem die Produzenten. Rund 200 Vertreter von Firmen (u.a. Tchibo, H&M, Adidas, Puma, Patagonia, aber auch Deuter und Hess-Natur), NGOs wie F AIRTRADE International und International Labor Organisation, MSIs wie FairWearFoundation und Verbände wie ModInfo kamen auf Einladung der niederländischen und deutschen Regierung zusammen um existenzsichernde Löhne in den Produktionsbetrieben zu erreichen.

WorkshopIm Workshop von Stefan kristallisierte sich für zukünftige Maßnahmen heraus, dass viele CSR-Verantwortliche nicht radikal genug denken (dürfen), evtl. nicht den Rückhalt der Unternehmensführung haben.

Dennoch gab es auf der Konferenz erstaunliche Wortmeldungen. Der Vertreter von Tchibo forderte zum Ende hin einen konkreten Umsetzungsplan und insgesamt konnte man das Gefühl haben, dass die Leute schon vorwärts gehen wollen. Es bleibt abzuwarten, ob die Firmen da ihren anwesenden Vertretern folgen wollen.

Schade war, dass keine anderen Innovatoren da waren. Keiner (außer uns) konnte davon berichten, dass er tatsächlich schon „Living Wages“ für seine Näher bezahlt. Einen interessanten Ansatz schilderte Isabelle von Patagonia im persönlichen Gespräch: Patagonia zahlt für ihre anteilige Produktion Aufschläge um relativ einen Living Wage zu ermöglichen. Ein guter erster Schritt der weit über die Lippenbekenntnisse so mancher Firma hinaus geht.

actionplanAls Berichterstatter für „buyer and supplier practices“ formulierte Stefan zusammen mit Doug Miller, Jos Huber, Rossitza Krueger und Jef Wintermanns die Endfassung für den Action Plan. Dieser soll Grundlage für die beteiligten Firmen sein, Living Wages in ihrer Supply Chain einzuführen. Wer sich für den Action Plan interessiert, findet diesen unterhalb des Artikels.

Spannend ist vor allem zu sehen, wie es jetzt weitergeht. 3FREUNDE hat mit der Co-Gründung einer eigenen Näherei sicher den radikalsten Weg (und vermutlich auch den mühsamsten) eingeschlagen. Das der Weg richtig ist, zeigte auch die Konferenz: es herrschte Konsens, dass eine Fortentwicklung nur über Verbindlichkeit zwischen Brand und Produzent möglich sein wird. Jetzt heisst es also nur noch: Farbe bekennen und mit uns weitermachen!

Action Plan after conference 2013-11-26

3FREUNDE Fairtrade Code

In einer globalisierten Welt ist es schwer den Weg der eigenen Waren nachzuvollziehen. Einige Produkte sind besser regionalisierbar als andere. Bestimmtes Gemüse zum Beispiel wächst hier auf Feldern und ich kann beim Bauer meines Vertrauens mit gutem Gewissen lokale Produkte kaufen. Schwieriger wird dies bei Produkten die als Rohstoffe oder fertig importiert werden. Wer kann nachvollziehen woher die Einzelteile seines Handys stammen?

Baumwollprodukte sind da irgendwo in der Mitte. Die Zahl der Zutaten ist übersichtlich, die Menge an Produktionsstätten ebenfalls. Jedoch findet zumindest der Baumwollanbau, meist auch die Fertigung nicht in Sichtweite statt.

Wir wollen unser Wissen über die Produktionskette öffentlich zugänglich machen und haben sie deshalb zusammen mit Fairtrade Deutschland aufbereitet. Den Fairtrade Code gibt es als Projekt schon länger, neu ist aber in unserem Fall der Tiefgang. Bei Rosen reicht es aus zu wissen wo sie angebaut worden sind. Bei Kaffee kommt man recht weit, wenn man die Anbaukooperative und den Handelspartner in Deutschland kennt. Bis Rohbaumwolle zu einem T-Shirt wird sind aber mehrere Zwischenschritte notwendig: spinnen, stricken, färben, nähen und drucken.

Wir haben eine lückenlose Dokumentation unserer Produktionskette im Weg unserer Shirts aufgezeigt. Wichtig war uns aber auch nicht mehr zu versprechen als wir halten können: Unsere Shirts bestehen aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle. Das bedeutet, dass für die Rohbaumwolle ein Mindestpreis und eine Fairtrade Prämie bezahlt wird. Für alles was danach passiert gibt es keine Fairtradezulagen, es gelten lediglich grundlegende Sozialkriterien welche durch andere Zertifikate nachgewiesen werden müssen. Deshalb sind diese Produktionsschritte im Fairtrade Code mit einem anderen Symbol gekennzeichnet.

Der Fairtradecode ist auf der Seite www.fairtrade-code.de erreichbar. Die Shirts tragen die Nummer 24309001, die Hoodies haben den Code mit der Nummer 24309002. Ab der nächsten Produktion wird der Fairtrade Code als QR Tag direkt von jedem Shirt aus erreichbar sein.

Die Produktseiten gibt es für die Shirts und für die Hoodies.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen zum Fairtrade Code, den einzelnen Informationen oder der Produktionskette habt, schreibt gerne eine Mail an info@3freunde.com oder fragt über unsere Facebookseite www.facebook.com/3freunde

UtopiaAward 2012 – Es ist Zeit für die 1!

Seit Jahren arbeiten wir daran die Welt zu verbessern. Zusammen mit euch sind wir in diesem Jahr ein großes Stück weiter gekommen. Das wollen wir feiern und der Welt zeigen!
Wir wollen den UtopiaAward 2012 als Unternehmen gewinnen!

Du kannst dazu beitragen! Natürlich brauchen wir Menschen die für uns Abstimmen, aber das wichtigste ist, dass wir allen davon erzählen. Wer das tut soll auch was davon haben. Deswegen bekommt jeder und jede, der die Aufforderung für uns zu voten bei Facebook an seine Freunde teilt oder bei Twitter retweetet, ein paar persönliche Worte dazu schreibt und natürlich selbst votet, einen 10 Euro Einkaufsgutschein von uns.
Spread the word, make a Change! Tschakka!

Kurzanleitung:

1. Bei Utopia.de anmelden
2. Zur Abstimmung gehen http://www.utopia.de/branchenbarometer/utopia-award-2012
3. In allen 5 Kategorien abstimmen.
4. www.facebook.com/3freunde liken.
5. Unser Bild mit Anleitung und persönlicher Message teilen.
6. Freunde anrufen und ihnen erklären wie es so funktionieren kann und warum 3FREUNDE gewinnen muss.
7. Über DM bei Twitter oder Nachricht bei Facebook einen 10 € Gutschein bekommen.

Ende der Aktion: 01.11.2012!

Conscious Collection von H&M. Wirklich bewusst?

Kampagnenfoto H&M Conscious CollectionVielleicht habt ihr sie in den Schaufenstern von H&M auch schon gesehen: die „Conscious Collection“ bei H&M, in unschuldigem weiß gehalten. Kirsten Brodde, Journalistin und bekannte Bloggerin zum Thema der grüne Mode, setzt sich in Ihrem Blogpost „Die Farbe der Unschuld“ kritisch mit der neuen Kollektion auseinander. Es geht darin um Konsumwahn und das Kaufen billiger Produkte in großer Masse, die nach kurzer Zeit wieder aussortiert und weggeworfen werden. Sehr spannend. Besonders interessant ist die Stellungnahme von Herrn Alpen vom H&M Communication & Press Department in Stockholm. Seine Argumentation ist nachvollziehbar, aber die weiteren Kommentare bringen die Tendenz zum Greenwashing noch mal auf den Punkt.In unserem Blog hatten wir uns vor einiger Zeit auch mit dem Thema Billigshirts beschäftigt.

Auch Utopia bespricht die Conscious Collection. In diesem Artikel geht es prinzipiell um die Probleme des Baumwollanbaus und der Wegwerfmentalität bei den Konsumenten.

Wir betrachten Entwicklungen wie bei H&M zwiegespalten: einerseits positiv, dass H&M zumindest Bio Baumwolle Blend (also in einem Gemisch mit konventioneller Baumwolle, meist nur 50%) anbietet, doch kann es das gewesen sein? Ist das wirklich alles, was eine Firma dieser Größe als Beitrag zu nachhaltiger Mode leisten kann? Wir sind gespannt wie sich das Thema bei H&M weiter entwickeln wird.

Zeit Online: Der lange Weg eines T-Shirts zum Preis von 4,95

Artikel der ZEIT zur T-Shirt-ProduktionDie Zeiten, in denen Produktionsmethoden, Arbeitsbedingungen und Produktionswege von T-Shirts nur ein Thema für Insider und Ökobewegte waren, neigen sich dem Ende zu.

Ein schönes Beispiel ist der gut recherchierte und sehr ausführliche Artikel zu billigen T-Shirts in der Zeit Ausgabe Nummer 51. Die Autoren gehen der Frage nach, wie angeblich fair gehandelte T-Shirts bei H&M so günstig zu haben sind. Der Artikel ist nun auch hier online verfügbar.

3FREUNDE produzieren ihre Shirts ausschliesslich in Indien aus zertifizierter FAIRTRADE-Biobaumwolle. Wir kennen unsere Baumwoll-Lieferanten und die nachfolgenden Produktionsbetriebe. Dennoch lassen sich vernünftige Preise realisieren, denn fairer Handel schließt auch den Käufer mit ein!