T-Shirt City – Fluch und Segen der Textilindustrie

IMG_2660Als Girish mich vom Flughafen abholt, fahren wir 40 Minuten von Coimbatore nach Tirupur auf einem Highway. An der Stadtgrenze, die keine ist, beginnen die Häuser größer zu werden. „Alles Textilfabriken“, sagt Girish. „Diese hier auch, und diese hier“, zeigt er auf vorbeiziehende Häuser. „Für solch große Fabriken wird es aber bald zu teuer sein hier. Für Massenproduktionen steigen die Löhne zu schnell.“

Alles in Tirupur hängt an den Textilien. Wer nicht mit Textilien sein Geld verdient, verdient sein Geld mit dem Menschen die mit Textilien ihr Geld verdienen. In dem er ihnen Häuser vermietet, Essen zubereitet oder deren Motoroller wartet.

Das ist Fluch und Segen zugleich. Vor 40 Jahren gab es hier vor allem Landwirtschaft. Dann fiel über Jahre kein Regen und es musste eine andere Beschäftigung her. Mit der Textilproduktion kam Arbeit zurück nach Tamil Nadu. Aber auch negative Extreme wurden sichtbar: Bunt gefärbtes Wasser in den Flüssen, überforderte Infrastruktur und  teilweise schlechte Bezahlung der Arbeiterinnen und Arbeiter.

Das Problem der Färbemittelabwässer hätte die Politik lösen müssen, tatsächlich haben es Richter getan: 2011 mussten alle Färbereien ohne angeschlossene Kläranlage schließen. Das Problem wurde aber nur verlagert: in angrenzenden Distrikten öffneten neue Färbereien bis sich die Politik zum Aufbau bzw. Unterstützung beim Bau von Kläranlagen durchrang. So hilft also Indien mit, das billige T-Shirts weniger Umweltschäden anrichten.

Loehne Tirupur

Die teilweise sehr niedrigen Löhne sind gestiegen, allein auf Grund der größeren Nachfrage nach Arbeitskräften. Näherinnen und Näher haben inzwischen eine sehr gute Verhandlungsposition und entscheiden welche Arbeit sie annehmen. So finden sich auch Arbeiter aus ganz Indien, vor allem aber aus den ärmeren, landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten in Tirupur.

Während der Mindestlohn in Tamil Nadu 140 INR (nach aktuellem Wechselkurs: 2,20 €) je 8-Stunden-Schicht beträgt sind in Tirupur viele Stellen für 250 IRN je 8-Stunden-Schicht ausgeschrieben. Bei Mila bezahlen wir 380 INR (also über das doppelte des gesetzlichen Mindestlohns). Das ergibt ca. 9500 INR (etwa 150 €) pro Monat und trifft damit den berechneten Asian Floor Wage für die Region.

Generell glaubt Girish daran, dass sich die Löhne in Tirupur so schnell nach oben schrauben, dass es in 5 Jahren nicht mehr möglich ist hier billige Massenproduktionen herzustellen. Schon heute wird das Gros der Billigware in Bangladesh produziert- wo auch große indische Firmen ihre Nähereien hin verlagerten. Viele Hersteller werden verschwinden oder sich Nischen suchen müssen.

IMG_5577„Unsere Näherei“ hat eine solche Nische gefunden: Fairtrade-Biobaumwolle in guter Qualität, hergestellt von Menschen die das bekommen was sie verdienen: Gutes Geld für gute Arbeit. Und wir haben Kunden die Wissen, warum sie bei uns gerne etwas mehr bezahlen.

Jetzt heisst es: diese Nische weiter zu vergrößern um mehr Menschen faire Löhne bezahlen zu können und noch mehr Baumwolle zu fairen Preisen von hart arbeitenden Bauern kaufen zu können.

European Conference on Living Wages in Berlin

podium

3FREUNDE als kleinste Brand unter den Großen. Action Plan finalisiert. Hoffen auf Action.

Vom 25. bis 25. November 2013 fand in Berlin die European Conference on Living Wages statt. Mit dabei: Stefan in einem gemeinsamen Workshop mit Clare vom Ethical Fashion Forum. Wer fehlte? Alle anderen Innovatoren, nachhaltigen Labels und vor allem die Produzenten. Rund 200 Vertreter von Firmen (u.a. Tchibo, H&M, Adidas, Puma, Patagonia, aber auch Deuter und Hess-Natur), NGOs wie F AIRTRADE International und International Labor Organisation, MSIs wie FairWearFoundation und Verbände wie ModInfo kamen auf Einladung der niederländischen und deutschen Regierung zusammen um existenzsichernde Löhne in den Produktionsbetrieben zu erreichen.

WorkshopIm Workshop von Stefan kristallisierte sich für zukünftige Maßnahmen heraus, dass viele CSR-Verantwortliche nicht radikal genug denken (dürfen), evtl. nicht den Rückhalt der Unternehmensführung haben.

Dennoch gab es auf der Konferenz erstaunliche Wortmeldungen. Der Vertreter von Tchibo forderte zum Ende hin einen konkreten Umsetzungsplan und insgesamt konnte man das Gefühl haben, dass die Leute schon vorwärts gehen wollen. Es bleibt abzuwarten, ob die Firmen da ihren anwesenden Vertretern folgen wollen.

Schade war, dass keine anderen Innovatoren da waren. Keiner (außer uns) konnte davon berichten, dass er tatsächlich schon „Living Wages“ für seine Näher bezahlt. Einen interessanten Ansatz schilderte Isabelle von Patagonia im persönlichen Gespräch: Patagonia zahlt für ihre anteilige Produktion Aufschläge um relativ einen Living Wage zu ermöglichen. Ein guter erster Schritt der weit über die Lippenbekenntnisse so mancher Firma hinaus geht.

actionplanAls Berichterstatter für „buyer and supplier practices“ formulierte Stefan zusammen mit Doug Miller, Jos Huber, Rossitza Krueger und Jef Wintermanns die Endfassung für den Action Plan. Dieser soll Grundlage für die beteiligten Firmen sein, Living Wages in ihrer Supply Chain einzuführen. Wer sich für den Action Plan interessiert, findet diesen unterhalb des Artikels.

Spannend ist vor allem zu sehen, wie es jetzt weitergeht. 3FREUNDE hat mit der Co-Gründung einer eigenen Näherei sicher den radikalsten Weg (und vermutlich auch den mühsamsten) eingeschlagen. Das der Weg richtig ist, zeigte auch die Konferenz: es herrschte Konsens, dass eine Fortentwicklung nur über Verbindlichkeit zwischen Brand und Produzent möglich sein wird. Jetzt heisst es also nur noch: Farbe bekennen und mit uns weitermachen!

Action Plan after conference 2013-11-26

3FREUNDE tritt Ethical Fashion Forum bei

Seit Oktober 2013 sind sowohl 3FREUNDE, als auch unsere Näherei Mila Fair Trade Clothing Company, Mitglied beim Ethical Fashion Forum (EFF) in London. Damit erreichen wir nun auch den englischsprachigen Raum, da das EFF als die Plattform für nachhaltiges Sourcing im dortigen Textilbereich gilt.

Besonders freuen wir uns darüber, das Mila in das EFF Fellowship 500 Programm aufgenommen wurde, um damit den innovative Ansatz zu honorieren.

Ausschlaggebend für den Beitritt zum Ethical Fashion Forum war für uns auch, dass es hier möglich ist innerhalb der Textilbranche selbst in den Austausch über „gute“ Textilproduktion zu kommen.

Welche ethischen Grundsätze dem Ethical Fashion Forum zu Grunde liegen seht ihr im „Ethical Mandate“ des EFF (engl.): http://source.ethicalfashionforum.com/article/ethical-mandate

Auf Grund unseres für alphabetische Aufzählungen aller Art idealen Namens sind wir auch in der Datenbank einfach zu finden: http://www.ethicalfashionforum.com/source-directory/directory/4

Hier der Direktlink: http://www.ethicalfashionforum.com/source-directory/member/900

Orissa. Staat des weißen Goldes. Pratima. Organisator der Fairtrade-Bauern.

Meine letzte Station in Indien war der Bundesstaat Orissa (oder auch Orisha geschrieben). Es hat mich fast zwei Tage gekostet um im Zentrum des Bundesstaates anzukommen. So abgelegen der Staat ist, so arm ist er auch. Und ja, das ist genau der Staat, der gerade von einem Zyklopen hart getroffen wurde.

Orissa also. Arm. Aber auch reich. Reich an Menschen.

Eine Vielzahl der Bewohner verlässt den Staat um Arbeit in anderen Bundesstaaten Indien zu finden. Zurück kommen sie allerhöchstens zur Erntezeit der Baumwolle. Diese beginnt im November und endet im April.Fünf Monate Arbeit also. Maximal. Wer zurückbleibt sind die Bauern.  Bei Pratima sind ca. 2000 Bauern organisiert. Diese bewirtschaften im Schnitt 1,5ha Land und ernähren damit direkt jeweils vier bis sechs Menschen.

Baumwolle ist ein sogenanntes Cash-Crop, eine Pflanze, die Geld bringt und nicht der direkten Ernährung dient.  Von den 1,5ha werden ca. die Hälfte der Fläche mit Lebensmitteln, in tiefer gelegenen Feldern vor allem Reis, bewirtschaftet. Die andere Hälfte wird in Fruchtfolge mit Baumwolle angebaut. Durch den Einsatz von Biobaumwolle hat der Bauer die Möglichkeit außer Baumwolle auch sogenannte Insurance-Crop anzubauen: in den Baumwollfeldern stehen nicht nur Baumwollpflanzen, sondern auch andere Geldbringer. So ist sichergestellt, dass im Falle eines Ertragsausfalls bei Baumwolle durch andere Pflanzen noch Geld erwirtschaftet werden kann.

Baumwolle also. Das Interessante an Orissa ist, dass der Staat (trotz viefältiger, bekannt gewordener, Bestechungen) den Einsatz von genmodifizierter Baumwolle verboten hat. Entgegen der Aussage von Michael von Shatki Knitting ist so also die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Biobaumwolle frei von GMO-Cotton ist. Der Hintergrund des Verbots ist einfach: für GMO-Cotton wird sehr viel Wasser und somit eine künstliche Bewässerung benötigt. Ganz Orissa ist aber auf Regenwasser eingestellt. Eine Umstellung hätte fatale Konsequenzen für den Grundwasserspiegel und die Erhaltung der Fruchtbarkeit der Böden.

Fairtrade. 2000 Bauern. Und die Frauen?

Pravakar erläutert, dass mangelnde Bildung ein großes Problem für die Entwicklung des ländlichen Raums darstellt. Nachdem Pratima festgestellt hat, dass in den meisten Familien die Frauen mehr Zeit auf den Feldern verbrachten als die Männer, setzen sie verstärkt auf die Frauen. Denn diese haben einen höheren Identifikationsgrad bzgl. Fairtrade, verstehen das Konzept von Biobaumwolle besser und sind insgesamt verlässlicher und verbindlicher.  Ich konnte bei meinem Besuch in zwei Dörfern diese Erfahrung machen: die Frauen stehen auf uns haben keine Scheu Forderungen zu stellen und für ihre Positionen aufzustehen. Versammlungsräume, höhere Baumwollpreise und bessere Lehrer stehen auf ihrer Agenda. Ein von mir besuchtes Dorf unter weiblicher Leitung hat sogar einen Fond eingerichtet in den Teile der Baumwolleinnahmen fließen um so Projekte von Einzelnen zu finanzieren. So entstand bspw. als zusätzliche Einnahmequelle eine Bananenplantage.

Es sind mutige Frauen, die sich dort einsetzen und Pravakar sagt, dass er sich mehr von ihnen wünschen würde, dass aber manche Dörfer noch komplett von Männern dominiert werden. Aber der Wandel zeichnet sich ab, sind die Bäuerinnen doch die erfolgreicheren. Der Vorteil von zertifizierter Fairtrade-Biobaumwolle für die Bauern vor Ort ist ja, dass diese einen Mindestpreis für die Baumwolle bekommen und so ein garantiertes Auskommen haben. Ist der Marktpreis höher als der Mindestpreis bekommen sie natürlich den höheren Preis ausgezahlt.  Zusätzlich bekommt die Gemeinschaft pro Kilogramm Rohbaumwolle 0,05€ als Fairtrade-Prämie. Mit dieser Prämie können Gemschaftsprojekte finanziert werden, welche von der Dorfgemeinschaft gemeinsam festgelegt werden müssen. In einem regenreichen Staat wie Orissa steht oft der Wunsch nach Gemeinschaftsräumen an oberster Stelle. Bei guten Erträgen und einem entsprechend guten Abverkauf der Baumwolle dauert es gut drei Jahre um über die Prämie eine einfache Unterkunft bauen zu können. Beim Bau wird dann darauf geachtet, dass die verwendeten Baumaterialien ebenfalls aus der Region kommen um das Geld möglichst in der Region zu behalten und so den Wohlstand zu mehren.

Während viele Näher ein eigenes Motorrad haben, ist dies bei den Bauern nicht denkbar. Sie erlösen im Schnitt 60000Rs (720€ zur Zeit) von der Baumwolle und können von den zusätzlich angebauten Lebensmitteln ihr Grundauskommen sichern. Große Budgetposten sind die medizinische Versorgung, die Vorbereitung der Äcker und sog. soziale Kosten: zahlreiche Hochzeiten, religiöse Feste etc. fordern hohe Beträge.

Pratima, Pravakar und die Bauern zeigen sich insgesamt glücklich mit dem System „Fairtrade“ und wünschen sich natürlich, möglichst viel Baumwolle als solche verkaufen zu können. Nur so ist eine nachhaltige und stabile Entwicklung der Region möglich. Und von den Fairtrade-Prämien profitieren auch die Dorfbewohner, die nicht Teil des Fairtrade-Systems sind.

Ich verlasse Dörfer mit viel positiver Energie. Und mit neuen Ideen. Wieso nicht T-Shirt-Editionen auflegen, die die Bauern schneller zu ihren Gemeinschaftshäusern kommen lässt? Was hältst Du davon?

Mila. Indien. Und der Rest. Ein Überblick.

Derzeit besucht Stefan unsere Näherei in Indien und verschiedene unserer Zulieferer. Heute gibt es einen kleinen Überblick über die Erlebnisse der ersten Woche. Über die nächsten Wochen gibt es tiefergehende Infos zu den jeweiligen Aspekten.

In der ersten Woche besuchte ich unsere Partner in der Region Tirupur. Hier, in Velampalayam, ist auch „unsere“ Näherei, die Mila Fair Trade Clothing Company Pvt. Ltd. beheimatet.
Mittlerweile stehen dort 22 Nähmaschinen und auch das Lager mit bevorrateten Stoffen wächst beständig.
Da wir aber (gefühlt) immer noch am Anfang stehen, können wir permanent nur 7 Menschen auslasten und fest anstellen. Dies gibt einerseits ein gutes Gefühl, andererseits würden wir uns natürlich eine höhere Auslastung wünschen. Dies wiederum würde voraussetzen, dass mehr Menschen Produkte aus Fairtrade-zertifizierter Biobaumwolle kaufen.

Girish ist unser Mann vor Ort. Seit seiner Zeit als unser Einkäufer (3friends India) ist er unser Gesicht und unsere Stimme in Indien. Entsprechend wichtig ist hier der persönliche Austausch. Neben Gesprächen über die alltäglichen Probleme und Herausforderungen standen für Girish und mich die Abfallreduktion auf der Tagesordnung:
beim Zuschnitt des Stoffes fallen immer Stoffreste an, für deren weitere Verwendung wir sinnvolle Produktideen überlegten. Normalerweise gehen all diese Stoffreste an Recyclingbetriebe, die für ein KG Stoffrest ca. 12ct bezahlen. Sehr wenig für solch einen guten Stoff und nicht nachhaltig genug. Aus größeren Teilen kann man Kleinstkindershirts etc. fertigen, aber bei Stoffgrößen im DINA4-Format wird das schwieriger. Nun, wir arbeiten daran- seid gespannt!

Gemeinsam mit Girish besuchte ich auch Michael, den Marketing-Direktor von Shakthi-Knitting. Diese Firma ist in unserem Prozess für das Stricken des Stoffes und dem anschliessenden Färben verantwortlich.

Auf solchen Maschinen wird der Stoff für die Shirts von 3FREUNDE gestrickt

Michael berichtete u.a. das es heutzutage praktisch unmöglich sei, „reine“ Biobaumwolle zu finden, denn die genmodifizierten Baumwollpflanzen sind mittlerweile auf so vielen Feldern zu finden, dass eine Kontamination der Biobaumwolle durch Pollenflug etc. kaum zu vermeiden ist. Er berichtet aber auch, dass in Indien NGOs verstärkt auf diese Gefahren (v.a. auch im Bereich der Lebensmittel) hinweisen und es Bestrebungen gibt, die genmodifizierten Pflanzen zurückzudrängen. Diese Bestrebungen werden aber nicht von der Regierung unterstützt, somit scheinen mir positive Effekte zweifelhaft.
Angesprochen auf sogenannte Cotton Blends (Baumwollmischungen von Biobaumwolle und konventioneller Baumwolle) schmunzelte er und meinte, dass das für die Anbieter solcher Produkte ideal ist. Zum Einen verstehen die wenigsten, was mit „Blend“ gemeint ist und zum Anderen kann niemand anklagen, dass „konventionelle“ Baumwolle (bzw. Rückstände aus deren Produktion) im Produkt gefunden wird. Obendrein sind sie bedeutend günstiger und schmücken sich dennoch mit „organic“.

Nächste Station war die Färberei von Shatki Knitting.
Die Färberei wird von Jayakumar geleitet. Sein Assistent nahm sich die Zeit uns durch die Anlage zu führen. Die Färberei setzt ausschliesslich GOTS-zertifizierte Farbstoffe ein, auch wenn große Teile der Stoffe aus konventioneller Baumwolle stammen. Dies ist eine strategische Entscheidung – man möchte einfach „saubere“ Produkte anbieten und hoffe, dass Kunden und Konsumenten dies honorieren. Da sich die wenigsten Menschen aber Gedanken über diesen Teil des Produktionsprozesses machen, kämpft man immer noch gegen Konkurrenz, die Abwässer ungeklärt in Flüsse einleiten.

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Die Färberei verbraucht pro Tag gut 400.000 Liter Wasser. Davon sind 70% Waschwasser und 30% das deutlich problematischere Färbewasser.
Ca 90-95% der Abwässer wird wieder dem Färbeprozess zugeführt.
Die in der Kläranlage anfallenden Feststoffe gehen teilweise an Zementwerke.
Es ist klar, dass eine solch aufwändige Reinigung natürlich mit Kosten verursacht sind, die andere Firmen vermeiden.
Die Kläranlage wurde in der Erwartung gebaut, dass ökologische Kriterien stärker in den

Fokus von Kunden und Konsumenten geraten und so ein Wettbewerbsvorteil entsteht. Diese Erwartung hat sich bis heute nicht erfüllt.

Besucht habe ich, gemeinsam mit Girish, auch noch unseren Druckpartner, Stylus Printers. Krishna Kumar, der Inhaber zeigte uns seine aktuellen Projekte. Unser letzter Auftrag wurde nur einen Tag vor meiner Ankunft gedruckt, so dass ich hier keine Bilder mit „unseren“ Drucken machen konnte.
Stylus Printers druckt sowohl von Hand wie auch mit „normalen“ Karusell-Druckmaschinen. Die verwendeten Druckfarben sind allesamt GOTS-zertifiziert. Die Spezialisierung führt viele Kunden der Bio-Fairtrade-Szene zu ihm, so bspw. bei meiner Anwesenheit Stella McCarthy.
Mittlerweile kommt Stylus immer öfter an seine Kapazitätsgrenzen. Allerdings scheut er auch die Investition in weitere Anlagen. Er meint, dass auch in der Bio-Szene die Kunden nicht auf verlässliche Partnerschaften setzten, sondern schnell in andere Regionen abwandern.
Um so wichtiger ist, dass Kunden nachfragen, wo ihre Produkte herkommen und nachfragen, wieso es hier womöglich öfters Wechsel bei den Lieferanten gibt. Denn ohne verbindliche, langfristige Lieferbeziehungen wird es keine Weiterentwicklung geben.

Und nun geht es weiter nach Odhisa, einem der ärmsten Landstriche Indiens. Hier wollen wir mit unserem Einkauf von Baumwolle ein Zeichen setzen. Über den Besuch freut sich die Kooperative und der Vorsteher meinte, dass es den Bauern auch immer einen Schub gäbe wenn mal jemand vorbei schaut. Kein Wunder, dauert die Anreise fast zwei Tage…

Es wird bunt – Kindershirts von 3FREUNDE

Vor ein paar Monaten haben wir gefragt welche Farben unsere Kindershirts haben sollten. Da wir in unserer Näherei in Indien eine große Auswahl an Stoffen und damit Farben haben, wollten wir herausfinden, was ihr, also die potenziellen Käufer, haben wollt. Das Ergebnis ist eindeutig vielseitig.

Klar war von Anfang an, dass wir Grundfarben brauchen um etwa für Vereine und Aktionen Shirtfarben haben die für alle Schnitte und Größen verfügbar sind. Wir haben uns für die neutralen Farben weiß und grau entschieden. Zusätzlich dazu wollten wir zwei weitere Farben als Grundstock aufnehmen. Wir hielten es für eine gute Idee dazu euch zu befragen. Insgesamt haben 130 Personen bei der Befragung mitgemacht. Spannend ist die recht gute Repräsentation der verschiedenen Altersgruppen. Während 11 % der Teilnehmenden angaben zwischen 18 und 24 Jahren alt zu sein, waren 40 % zwischen 25 und 34 Jahren und 33 % zwischen 35 und 44 Jahre alt. Dies repräsentiert unsere angenommene Käuferschicht recht gut. 57 % der Teilnehmenden gaben an eigene Kinder zu haben. 21 % haben schon einmal bei 3FREUNDE gekauft.

Die spannendste Frage ist allerdings: Welche Farben sollten es sein? Wir fragten nach den beiden weiteren Farben die gewünscht sind. Für die Auswertung haben wir die Antworten der Farben gleichberechtigt ausgewertet und kommen zu einem klaren Ergebnis. Addiert wollten 61 Befragte grasgrün als weitere Farbe. Aber dann wurde es kompliziert. Es folgten mit großen Abstand orange mit 35 Stimmen, purple mit 31 Stimmen, sonnenblumengelb mit 30 Stimmen, himmelblau und türkis mit 29 Stimmen. Was also tun bei einem solchen Ergebnis?

Wir haben uns entschieden die riskantere, aber kundenorientiere Variante zu wählen. Deswegen wird es die Kindershirts nicht wie geplant in 4 Farben, sondern in insgesamt 8 Farben geben: Weiß, grau, grasgrün, orange, purple, sonnenblumengelb, himmelblau und türkis.

Derzeit sind die Shirts in Produktion und werden in drei Wochen bei uns eintreffen. Da wir für die Kindershirts eine spezielle Druckpalette für unseren Digitaldrucker konfigurieren müssen wird es die 3FREUNDE Kindershirts zum August diesen Jahres zu kaufen geben.

Wir freuen uns darauf und hoffen ihr tut es auch.

Karma strikes back!

Der Müll im Wasser, die Gifte in der Luft. Saurer Regen und zu viel CO2 in der Atmosphäre. Das alles ist von Menschen gemacht. All das kann folgen haben. Was passiert, wenn sich unser schlechter Lebensstil gegen uns wendet? Wenn das Karma zurück schlägt?

Wir wollen eure graphischen Ideen für diesen Fall und rufen zum Shirtdesign -Wettbewerb zur FA!R 2013 in Dortmund auf. Unter dem Motto „Karma strikes back!“ suchen wir einfarbige Entwürfe die als offizielles Messeshirt per Siebdruck während der FA!R 2013 von 06.-08.  September 2013 auf Shirts aus zertifizierter FAIRTRADE Biobaumwolle von 3FREUNDE zu drucken.

Der beste Entwurf wird von einer Jury und per Abstimmung im August gewählt. Der Urheberin oder dem Urheber winkt ein Preisgeld von 200 € und ein Einkaufsgutschein über 50 €, einzulösen im 3FREUNDE Onlineshop unter www.3freunde.com.

Die Siebdruckmaschine wird auf der FA!R in der Young Fashion Area zu finden sein. Hier steht die nachhaltige Bekleidung und Mode im Mittelpunkt. Betreut wird die Young Fashion Area von Open Globe, dem jungen Netzwerk des Eine Welt Netz NRW, dem ideellen Träger der FA!R. 2013 in Dortmund.

Der Designwettbewerb wird unterstützt von der Stadt Dortmund und FAIRTRADE Deutschland, denen wir beiden danken.

Jetzt aber keine Zeit verloren und Ideen gesponnen, am 01.08.2013 ist Einsendeschluss und die ersten 10 Einsendungen bekommen auf jeden Fall zwei Eintrittskarten zur FA!R in Dortmund. Wir sehen uns dann dort.

Die Messe fürs gute Gefühl

Die „Fair handeln“ in Stuttgart ist für uns neben der FA!R in Dortmund die wichtigste Messe für fairen Handel und nachhaltigen Konsum in Deutschland.  Während in Dortmund hauptsächlich Fachbesucher durch die Messehalle schlendern, erreicht die „Fair handeln“ durch die terminliche Zusammenfassung mit anderen Frühjahrsmessen auch weitere Zielgruppen. Meiner Ansicht nach ist die „Fair handeln“ damit der einzige Punkt in Deutschland an dem der faire Handel ein Massenpublikum erreicht. Allein am Freitag gab es 25.000 Besucher auf dem Messegelände, insgesamt waren es fast 80.000.

Diese Reichweite ist Fluch uns Segen zugleich. Zum Einen ist es manchmal schwierig sich auf ein langes Gespräch einzulassen um grundlegende Dinge, wie den Vorteil von Biobaumwolle zu erklären, zum Anderen kommen Menschen so vielleicht zum ersten Mal mit fairem Handel in Berührung, obwohl sie nur auf der Suche nach einem guten Wein beim „Markt des guten Geschmacks“ nebenan waren.

Trotz der Größe war die Stimmung das ganze Wochenende positiv und bereichernd. Fast nie hektisch und immer freundlich waren sowohl die Mitarbeitenden der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), als ideeller Träger zuständig für einige Programmpunkte, als auch die Zuständigen der Messe Stuttgart, welche die Veranstaltung professionell und souverän durchführten.

Schön zu sehen war, dass sich unser Konzept herumgesprochen hatte und wir dazu viele positive Rückmeldungen erhielten. Manch einer trug schon zu Beginn des Messebesuchs ein 3FREUNDE Shirt. Zudem kamen die vielen Unternehmen und Vereine die im Vorfeld Shirts von uns für die Messe bezogen. So kam es während der Messe zur witzigen Begebenheit, dass eine junge Frau der Zugvögel, zwei Mitarbeitende von Fairnopoly und eine Helferin der SEZ zeitgleich mit ihren 3FREUNDE Shirts an unserem Stand waren.

Auch unsere T-Shirt-selber-bedrucken-Aktion wurde gut angenommen. Selber machen, do-it-yourself, ist voll im Trend und brachte Spaß für jung und alt.

Im Vergleich zum letzten Jahr gab es aber auch einen Trend zu beobachten: Auf der Messe bewegt sich der faire Handel zumindest von Ausstellerseite zum einen in Richtung Kunsthandwerk und zum anderen in Richtung öffentliche und semi-öffentliche Organisationen. Unternehmen, wie wir eines sind, welche die Fähigkeiten haben einen Massenmarkt jenseits von Nischenprodukten zu bedienen fanden sich auf der Messe wenige. Extrem zu beobachten war dies im Textilbereich.

Zusammenfassend bleibt bei uns das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und darauf schon ein gutes Stück gegangen sind. Wir nehmen viel Motivation aus der Messe und vor allem aus den Begegnungen mit in unsere Arbeit und den aufkommenden Frühling.

natur+kultur – Die Zukunft die wir wollen

Ökologie und Ökonomie scheinen oft wie Gegensätze, große Teile unseres Systems basieren darauf zumindest langfristig unseren Planeten auszubeuten. Geht es auch anders? Wie bekommen wir das zusammen?

Geht Natur und Kultur? Und wie sieht das dann aus?

Zur natur Messe Basel suchen 3FREUNDE und der Verein FAIR. ein Design zum Thema „natur+kultur – Die Zukunft die wir wollen“.

Das Gewinnermotiv wird dann während der Messe „Natur“ an der Messe Basel von den Besuchern auf Shirts aus Fairtrade zertifizierter Biobaumwolle gedruckt.

Kriterien für die Motive:
Sie müssen einfarbig umsetzbar sein und das Thema kreativ aufgreifen.
Alle Vorschläge müssen bis zum 15. Februar unter duundwir@3freunde.com eingereicht werden.

Der Gewinner oder die Gewinnerin bekommt natürlich sein oder ihr Motiv auf einem Shirt und einen Einkaufsgutschein von 100 CHF (auf Wunsch auch als Euroäquivalent).

Wir freuen uns auf eure Einsendungen.

Ausschreibung zum Download: NaturWettbew_A5

Verführung Freiheit: Fairer Handel trifft Kultur

Derzeit läuft im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Ausstellung „Verführung Freiheit – Kunst in Europa seit 1945“ mit Werken zum Thema von 113 Künstlern aus 28 Ländern.

Zusammen mit dem Deutschen Historischen Museum werden wir von 3FREUNDE zur Finissage am Sonntag den 10.Februar eine Siebdruck Aktion mit einem Motiv des Rumänischen Künstlers Dan Perjovschi, welches auch in der Ausstellung zu sehen ist, durchführen. Der Erlös der Aktion kommt Amnesty International zu gute.

Das Motiv „CAPiTAL – iSM“ als Kritik an der zügellosen Macht des Kapitals und der Preisdiktatur passt dabei natürlich sehr gut zu unserem Konzept des Fairen Handels mit einem Gewinn für alle Menschen.

Wir freuen uns für eine solche Aktion Shirts zur Verfügung zu stellen und Fairtrade zertifizierte Produkte zum Teil eines kulturellen Happenings zu machen.

Hier mehr Infos zur Ausstellung und zur Finissage auf der Facebookseite des DHM.

Wer aktuelle zur Aktion auf dem Laufenden gehalten werden will folgt @3freunde oder @DHMFreiheit bei Twitter.