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European Conference on Living Wages in Berlin

podium

3FREUNDE als kleinste Brand unter den Großen. Action Plan finalisiert. Hoffen auf Action.

Vom 25. bis 25. November 2013 fand in Berlin die European Conference on Living Wages statt. Mit dabei: Stefan in einem gemeinsamen Workshop mit Clare vom Ethical Fashion Forum. Wer fehlte? Alle anderen Innovatoren, nachhaltigen Labels und vor allem die Produzenten. Rund 200 Vertreter von Firmen (u.a. Tchibo, H&M, Adidas, Puma, Patagonia, aber auch Deuter und Hess-Natur), NGOs wie F AIRTRADE International und International Labor Organisation, MSIs wie FairWearFoundation und Verbände wie ModInfo kamen auf Einladung der niederländischen und deutschen Regierung zusammen um existenzsichernde Löhne in den Produktionsbetrieben zu erreichen.

WorkshopIm Workshop von Stefan kristallisierte sich für zukünftige Maßnahmen heraus, dass viele CSR-Verantwortliche nicht radikal genug denken (dürfen), evtl. nicht den Rückhalt der Unternehmensführung haben.

Dennoch gab es auf der Konferenz erstaunliche Wortmeldungen. Der Vertreter von Tchibo forderte zum Ende hin einen konkreten Umsetzungsplan und insgesamt konnte man das Gefühl haben, dass die Leute schon vorwärts gehen wollen. Es bleibt abzuwarten, ob die Firmen da ihren anwesenden Vertretern folgen wollen.

Schade war, dass keine anderen Innovatoren da waren. Keiner (außer uns) konnte davon berichten, dass er tatsächlich schon „Living Wages“ für seine Näher bezahlt. Einen interessanten Ansatz schilderte Isabelle von Patagonia im persönlichen Gespräch: Patagonia zahlt für ihre anteilige Produktion Aufschläge um relativ einen Living Wage zu ermöglichen. Ein guter erster Schritt der weit über die Lippenbekenntnisse so mancher Firma hinaus geht.

actionplanAls Berichterstatter für „buyer and supplier practices“ formulierte Stefan zusammen mit Doug Miller, Jos Huber, Rossitza Krueger und Jef Wintermanns die Endfassung für den Action Plan. Dieser soll Grundlage für die beteiligten Firmen sein, Living Wages in ihrer Supply Chain einzuführen. Wer sich für den Action Plan interessiert, findet diesen unterhalb des Artikels.

Spannend ist vor allem zu sehen, wie es jetzt weitergeht. 3FREUNDE hat mit der Co-Gründung einer eigenen Näherei sicher den radikalsten Weg (und vermutlich auch den mühsamsten) eingeschlagen. Das der Weg richtig ist, zeigte auch die Konferenz: es herrschte Konsens, dass eine Fortentwicklung nur über Verbindlichkeit zwischen Brand und Produzent möglich sein wird. Jetzt heisst es also nur noch: Farbe bekennen und mit uns weitermachen!

Action Plan after conference 2013-11-26