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Die Messe fürs gute Gefühl

Die „Fair handeln“ in Stuttgart ist für uns neben der FA!R in Dortmund die wichtigste Messe für fairen Handel und nachhaltigen Konsum in Deutschland.  Während in Dortmund hauptsächlich Fachbesucher durch die Messehalle schlendern, erreicht die „Fair handeln“ durch die terminliche Zusammenfassung mit anderen Frühjahrsmessen auch weitere Zielgruppen. Meiner Ansicht nach ist die „Fair handeln“ damit der einzige Punkt in Deutschland an dem der faire Handel ein Massenpublikum erreicht. Allein am Freitag gab es 25.000 Besucher auf dem Messegelände, insgesamt waren es fast 80.000.

Diese Reichweite ist Fluch uns Segen zugleich. Zum Einen ist es manchmal schwierig sich auf ein langes Gespräch einzulassen um grundlegende Dinge, wie den Vorteil von Biobaumwolle zu erklären, zum Anderen kommen Menschen so vielleicht zum ersten Mal mit fairem Handel in Berührung, obwohl sie nur auf der Suche nach einem guten Wein beim „Markt des guten Geschmacks“ nebenan waren.

Trotz der Größe war die Stimmung das ganze Wochenende positiv und bereichernd. Fast nie hektisch und immer freundlich waren sowohl die Mitarbeitenden der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), als ideeller Träger zuständig für einige Programmpunkte, als auch die Zuständigen der Messe Stuttgart, welche die Veranstaltung professionell und souverän durchführten.

Schön zu sehen war, dass sich unser Konzept herumgesprochen hatte und wir dazu viele positive Rückmeldungen erhielten. Manch einer trug schon zu Beginn des Messebesuchs ein 3FREUNDE Shirt. Zudem kamen die vielen Unternehmen und Vereine die im Vorfeld Shirts von uns für die Messe bezogen. So kam es während der Messe zur witzigen Begebenheit, dass eine junge Frau der Zugvögel, zwei Mitarbeitende von Fairnopoly und eine Helferin der SEZ zeitgleich mit ihren 3FREUNDE Shirts an unserem Stand waren.

Auch unsere T-Shirt-selber-bedrucken-Aktion wurde gut angenommen. Selber machen, do-it-yourself, ist voll im Trend und brachte Spaß für jung und alt.

Im Vergleich zum letzten Jahr gab es aber auch einen Trend zu beobachten: Auf der Messe bewegt sich der faire Handel zumindest von Ausstellerseite zum einen in Richtung Kunsthandwerk und zum anderen in Richtung öffentliche und semi-öffentliche Organisationen. Unternehmen, wie wir eines sind, welche die Fähigkeiten haben einen Massenmarkt jenseits von Nischenprodukten zu bedienen fanden sich auf der Messe wenige. Extrem zu beobachten war dies im Textilbereich.

Zusammenfassend bleibt bei uns das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und darauf schon ein gutes Stück gegangen sind. Wir nehmen viel Motivation aus der Messe und vor allem aus den Begegnungen mit in unsere Arbeit und den aufkommenden Frühling.